Liebes Tagebuch,
heute morgen nach dem leckeren Frühstück gab es gleich Action. Basti hatte in der Nacht seinen Transporter in den Sand festgefahren und kam da nicht mehr raus. Er schnappte sich ein paar Betreuer und ein paar Kinder, die versuchen sollten mit Schieben den Transporter zu befreien. Ich durfte einer der Auserwählten sein. Leider klappte es nicht so, wie geplant. Der Transporter steckte zu fest im Sand und grub sich bei jedem weiteren Versuch weiter ein. Auf einmal kam ein anderer Camper und bot seine Hilfe an. Dieser ging daraufhin sein Auto holen. Wir hatten schon einige Witze gemacht, dass er mit einem Twingo um die Ecke kommt, um Bastis Transporter herauszuziehen. Aber dann kam er einfach mit einem Mercedes Geländewagen an, so als ob er damit auf Safari geht. Schnurstracks band der Mann ein Abschleppseil um Bastis Transporter herum und fing an Gas zu geben. Es hat nicht lange gedauert bis wir mit der Bergungsaktion erfolgreich waren.
Leider spielte das Wetter nicht so mit wie am Vortag angekündigt. Wir wollten ja eigentlich die Nacht schon draußen schlafen, aber am späten Abend drehte sich die Vorhersage und es wurden Regen und Gewitter angezeigt. Und genauso kam es auch. Der Himmel zog sich immer weiter zu, bis es tatsächlich anfing zu regnen. Eigentlich wollten wir passend zum ersten WM Halbfinale eine Fun Olympiade starten, aber die fiel leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Stattdessen überlegten die Betreuer sich eine coole Alternative, nämlich Schlag den Teamer mit Minispielen, die im großen Essenszelt stattfinden sollten. Bei Schlag den Teamer treten normalerweise immer eine Bezugsgruppe gegen einen Betreuer in einem Minispiel an. Alles wird gelost - die Gruppe, der Betreuer und das Spiel. Weil aber die Bezugsgruppen unterschiedlich groß sind, wurden die Kinder als Zeltgruppe zugeordnet. Wie auch immer, die ganze Vorbereitung war am Ende leider umsonst, denn die meisten Betreuer waren dann aufgrund des Wetters und anderen plötzlich auftretenden Umständen mit anderen (in dem Moment wichtigeren) Aufgaben beschäftigt. Die verbliebenen spielten dann halt so mit uns einige Kartenspiele oder irgendwelche anderen Spiele.
Währenddessen wurde das Mittagessen vorbereitet. Es gab leckere Bowl. Ein buntes Allesmögliche. Es gab gekochten Reis, gekochtes Gemüse, Salate, frische Paprika, Mais, Zwiebeln, Tofu und gebratenes Hähnchen Geschnetzeltes. Und natürlich verschiedene Soßen. Davon konnten wir uns den Teller voll machen.
So nach und nach ließ der Dauerregen dann ab und wir konnten nach dem Essen doch noch mit dem eigentlichen Tagesplan weitermachen. Es wurden verschiedene Dekorationen für das Halbfinalspiel zwischen Spanien und Frankreich gebastelt. Lange Papierketten mit roten und gelben Papier für Spanien und das gleiche mit blauen, weißen und roten Papier für Frankreich. Außerdem haben wir Fahnenketten mit französischen und spanischen Flaggen gemacht. Und Tischdeko wurde auch hergestellt.
Danach mussten wir unsere Zelte aufräumen und hier und da von Ameisen befreien, aber das war auch bitter nötig, weil unsere Zelte aussahen wie bei Hempels unterm Sofa. Danach konnten wir duschen gehen und uns ready machen für das Spiel. Als wir alle fertig geduscht waren, gab es gleich Abendbrot und währenddessen wurden eine Leinwand und ein Beamer aufgebaut, denn der große Abschluss des Tages war, dass wir uns das Halbfinalspiel ansehen durften. Ich war für Frankreich, weil da wenigstens richtige Fußballer spielen und nicht wie bei Spanien, wo ein Handballer aushelfen muss. Leider hat Spanien gewonnen, aber das gemeinsame Beisammensein war trotzdem mega cool. Es gab sogar Snacks und kinderfreundliche Cocktails.
Nach dem Spiel war es dann Zeit für die Nachtruhe.
Ich werde mich dann mal aufs Ohr hauen und Frankreichs Niederlage verarbeiten.
Bis morgen