Online-Tagebuch Sommer

Lübben / Spreewald

3. Durchgang 2016 


MONTAG , 08.08.2016

 

Der Auftakt zu unserem Camp-Abenteuer war bereits ein voller Erfolg. Es waren alle pünktlich beim Treffpunkt, sodass wir sogar noch vor der Zugfahrt die ersten Kennenlernspiele veranstalten konnten. Die Kinder haben sich auf den Gehsteigkacheln balancierend nach Namen sortiert oder in Altersgruppen zusammen gefunden. Dann gingen alle geordnet zum Bahnhof, natürlich mit der blauen Paddel-Kids Kappe auf. Die Zugfahrt war erfüllt von Spannung und Vorfreude auf die Campwoche und die Erlebnisse, die bereits auf uns warten. Nachdem wir endlich in unserem heißersehnten Ferienlager ankamen, mussten die Kinder erst noch unter einem großen Schwingseil hindurch laufen, dem "Tor zum Ferienlager". Erst wenn alle es geschafft haben, in Schüben oder nacheinander hindurch zu laufen, ohne dass sich das Seil verheddert, durften sie auf der anderen Seite bleiben, ansonsten mussten alle wieder zurück. Nach ein paar Anläufen waren dann auch alle Kinder an ihrem Ziel. Nach der Einteilung der Kinder auf die Betreuer und einer anschließenden Belehrung der Regeln, gingen wir zum Strand. Das Wetter war toll und wir hatten viel Spaß mit Synchronspringen vom Steg, fangen im Wasser oder schaukeln auf dem Floß. Zurück im Camp wurde weiter gespielt. Es gab Wikingerschach, Schweinchen in der Mitte, Anstarrwettbewerbe, Werwölfe und fliegende Pfeifraketen. Zwischendurch gab es auch noch einen Ausflug zu Rewe, wo sich die Kinder von ihrem Taschengeld etwas zu trinken oder Süßigkeiten kaufen konnten. Mit dem Essen waren wir etwas spät dran, deswegen gab es ein Dinner im Scheinwerferlicht. Danach war es auch schon Zeit zu schlafen und die Kinder zogen sich in ihre Zelte zurück, um von den heutigen und den noch kommenden Abenteuern zu schwärmen und zu träumen.

 

 

 

DIENSTAG , 09.08.2016

 

Der zweite Tag konnte mit Frühsport beginnen: Joggen und Gymnastik standen auf dem Plan. So frisch und munter wie die Frühaufsteher ist wohl keiner sonst in den Tag gestartet. Mit einem kräftigen Frühstück haben sich alle gestärkt. Danach gab es erstmal viel Freizeit, die genutzt wurde, um die Umgebung des Campingplatzes und die Stadt zu erkunden. Das Taschengeld wurde bereitwillig in alles investiert, was ein Zeltlager bereichert: Chips, Cola, Süßes und zum Erstaunen der Betreuer sogar Obst. Der Nachmittag wurde dann genutzt, um sich ans Paddeln heran zu tasten. Die Boote wurden gleichmäßig mit größeren und kleineren Kindern sowie Betreuern besetzt und alle waren zwei spaßige Stunden auf der Spree unterwegs. Das Abendbrot wurde gleich im Anschluss an die Tour zubereitet. Es gab einen reichhaltigen Linseneintopf und wahlweise Reis dazu. Um den Abend abzurunden, wurde das erste Lagerfeuer entzündet und die Kinder und Betreuer haben Lieder gesungen, Stockbrot gegessen und Geschichten erzählt. Mit diesem wunderbaren Gefühl einer richtigen Campingtour sind in der Nacht auch alle schnell eingeschlafen. Der nächste Tag konnte kommen.

 

 

 

MITTWOCH, 10.08.2016


Am Morgen nach dem Frühsport und der ersten Mahlzeit ging es heute in den Kletterwald. Dorthin gelangten wir mit dem Kanu. Auf unterschiedlichen Parcours haben wir uns zwischen den Bäumen bewegt. Durch unterschiedliche Schwierigkeitsstufen war für jeden etwas dabei. Einige unserer Paddelkids haben sogar den 7-Meter-Quickjump gewagt. Hier konnte man einen kontrollierten, freien Fall erleben. Lunchpakete durften nicht fehlen, so haben wir wieder Kraft getankt. Als die Kinder sich für den Rückweg versammelten, wurden wir von starkem Regen überrascht. Als dieser vorüber gezogen ist, sind wir zu Fuß zurück ins Camp gelaufen. Einige trocken gebliebene Kinder und Betreuer fuhren die Boote durch die Spree zurück. Auf dem Zeltplatz angekommen mussten wir uns erst einmal wieder aufwärmen. Dazu wurde Tee gekocht und heiße Duschen genommen. Die nassen Sachen kamen sofort in den Trockner und frische Kleidung wurde angelegt. Anschließend gab es ein großes Resteessen,  da von den Vortagen noch einiges übrigen geblieben ist. Auch hier war für jeden etwas dabei. Den Abend verbrachten wir gemütlich mit Kartenspielen und Geschichten erzählen. Es war ein abenteuerlicher Tag. Das Camp verfiel in eine schnelle Nachtruhe.



 

DONNERSTAG, 11.08.2016



 

In der Mitte der Woche angekommen startete der Tag wie schon zuvor mit dem Frühsport diesmal war schwimmen angesagt, natürlich nur für freiwillige Frühaufsteher;) Nach dieser erfrischenden Abkühlung frühstückten wir alle gemeinsam. Nun waren wir gestärkt und bereit für die anstehende Kanutour. Alle haben dabei natürlich ihr bestes gegeben. Nach der Fahrt gab es dann nochmal die Möglichkeit zu REWE einkaufen oder in der Spreelagune baden zu gehen. Anschließend gab es dann leckere Chili con Carne, sodass alle Kinder und Betreuer wieder genug Energie hatten für das Highlight des Abends, die noch bevorstehende Talenteshow. Einen riesigen Daumen nach oben und krassen Respekt für alle mutigen Freiwilligen, das habt ihr super gemacht;) Danke, dass ihr eure Talente mit uns geteilt habt. Aber leider neigt sich auch ein so schöner Abend wie dieser mal dem Ende zu. Deshalb wünschen wir nun eine schöne gute Nacht und bis morgen:)

 

 

FREITAG, 12.08.2016

Heute stand ein großer Punkt auf dem Plan: das Spaßbad "Spreewelten". Wir haben also ordentlich Frühstück gegessen und uns noch ein Lunchpaket gepackt, damit wir nach dem Baden sofort etwas essen konnten. Kurz vor 12 Uhr waren wir bereits in Lübbenau und mussten am Bad angekommen feststellen, dass es aufgrund des mäßigen Wetters recht voll wurde. Einige von uns hatten schon die ganze Woche auf dieses Highlight gewartet und waren auch von ein paar mehr Badegästen nicht in ihrer Euphorie zu stoppen. Die anderen, die zum ersten Mal in die Spreewelten kamen, ließen sich gleich zeigen, wo man den meisten Spaß rausholen konnte. Die immer währenden Lieblinge waren die Rutschen, das Wellenbecken und der Strudelkanal. Kurz vor dem Ende unsrer vierstündigen Badezeit war die Fütterung der im Bad lebenden Pinguine eine interessante Abwechslung. Als wir alle wieder trocken und erschöpft vor der Halle versammelt waren, haben wir eine ausgiebige Essenpause gemacht mit vorbereiteten Brötchen, Obst und Müsliriegeln für neue Energie. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kamen wir wieder an einem Supermarkt vorbei, wo wie jedes Mal begeistert Taschengeld umgesetzt wurde. Wer darauf keine Lust hatte oder bereits ausreichend eingedeckt war, konnte einfach mit einem Teil der Betreuer zum Spielplatz weiterziehen. Damit war die Wartezeit auf den Zug leicht und spaßig zu vertreiben. Zurück im Camp gab es Hot Dogs zum Abendessen. Anschließend ging Verdächtiges vor sich auf unserem Platz. Wenn auch nicht alle, so haben doch einige Kinder bemerkt, dass ein paar Betreuer sehr beschäftigt und abwesend waren. Der Grund dafür erschloss sich noch nicht am selben Abend, denn wegen nasskalter Wetterverhältnisse mussten wir die geplante Nachtwanderung um einen Tag verschieben. So sind die Kinder mit dem Gefühl ins Bett gegangen, da wäre etwas im Busch und ein Mädchen erzählte später sogar, sie hätte die ganze Nacht Wache gehalten in der Erwartung, geweckt zu werden. Stattdessen verlief zumindest diese Nacht ereignislos: die Ruhe vor dem Sturm des nächsten Tages.

 

 

SAMSTAG, 13.08.2016

Nach den aufregenden Erlebnissen der letzten Tage konnten wir alle heute mal ausschlafen. Sobald wir mit dem Frühstück fertig waren, konnten die Kinder bei den Workshops der Betreuer mitmachen. Besonders großen Anklang fanden das Survival-Training mit einfachen Überlebenstricks wie einer Thunfischkonservenkerze und einem Täuschen-und-tarnen-Versteckspiel, die Paddeltour mit Seemannrettungsübungen und Kentersimulationen, sowie das Malen von Henna-Tattoos ob freihändig oder mit Schablone. Doch auch beim YouTube-Videodreh, T-Shirt-Bemalen, Theaterimprovisationskurs oder Hip-Hop-Tanzen hatten wir viel Spaß. Im Anschluss gab es eine Schlemmerpause mit Milchreis und Früchtchen. Um das schöne Wetter auszunutzen, ging es dann nochmal an den Strand. Einige gingen baden, während andere das Spiel "Capture the Flag" oder zu deutsch "Erobere die Flagge" spielten. Dabei teilten sich die Kinder in zwei Teams auf. Jedes Team hatte in seiner Basis eine Flagge, die das gegnerische Team erobern und zu seiner eigenen Basis befördern musste. Hierbei konnte man allerdings von seinen Gegnern am Rücken abgeschlagen werden, woraufhin man sich hinsetzen musste, bis der Sanitäter kam, um den Sitzenden wieder ins Spiel zu bringen. Wir spielten mehrere Runden, sodass die Kinder Zeit hatten, sich Strategien auszudenken, um das gegnerische Team zu besiegen. Als die Sonne langsam unterging, liefen wir ins Lager zurück, wo wir grillten und eine kleine Party mit cooler Musik und Neonlichtern feierten. Doch gegen 23 Uhr wurde es gruselig: Bis auf die vier, die im Lager blieben, waren alle Betreuer verschwunden. In kleinen Gruppen erfuhren die Kinder durch unsere Nachrichtenvideos, dass sich im Land ein Virus ausgebreitet hatte, der die Menschen zu willenlosen Zombies machte. Sogar den Nachrichtensprecher erwischte es am Ende des Videos. Die einzige Möglichkeit, diese Seuche zu stoppen, bestand darin, dass sich die Kinder in den Wald begaben, um dort den Professor zu suchen, der an der Erforschung eines Gegenmittels arbeitete. So zogen sie also zu viert oder fünft los, bewaffnet mit einer Taschenlampe, um die lichtscheuen Zombies, die sich auf ihrem Weg im Wald versteckten, auf Distanz zu halten. Ausgerechnet die verschwundenen Betreuer waren betroffen. Doch vom Professor bekamen die Kinder die Aufgabe, Gegenstände zu besorgen, die er brauchte, um die Zombies zu bekämpfen. Leider wusste der schusselige Professor nicht mehr, wo er diese Gegenstände liegen gelassen hatte, weshalb die Kinder erst noch seinen Assistenten am anderen Ende des Waldstückes auffinden mussten, der sich die Positionen gemerkt hatte. Nachdem alle sechs Gegenstände erfolgreich beim Professor abgeliefert worden waren und die Kinder sich zurück zum Camp begeben hatten, hatten der Professor und sein Assistent die Zombies eingefangen und zum Lager gebracht, wo sie angebunden wurden. Während die Infizierten im Hintergrund brüllten und versuchten, sich loszureißen, mischte der Professor vor den Augen der Kinder das Medikament zusammen. Die Kinder verabreichten den Zombies die eben hergestellten Pillen und langsam kamen sie wieder zu sich und wurden zu den altbekannten Betreuern. Damit war das Abenteuer gemeistert und da es schon sehr spät war, gingen alle erschöpft zurück ins Zelt und legten sich schlafen. Was für ein ereignisreicher Tag.

 

SONNTAG, 14.08.2016

 

Leise Stimmen, die immer lauter werden. Kleine Augen, die immer größer wurden. Eingemurmelte Kinder, die nach und nach sich dem Sonnenlicht stellten. So begann nach der gestrigen Nachtwanderung der neue und letzte Morgen. Mit dem Wissen, euch, Mama und Papa zu umarmen, nahmen wir noch mal alle Kräfte zu sammeln. Immerhin war in den letzten Tagen sehr viel Müll zusammengekommen. Auch mussten die Zelte noch abgebaut werden. Aber auch das war dann geschafft. (So langsam will ich euch echt wieder in den Arm nehmen!) Mit den letzten Sonnenstrahlen aus dem Spreewald in Lübben aßen wir gemeinsam das letzte Mittagsmahl. Dann ging es endlich los. Mit kribbeln in den Beinen waren wir, so schnell wie nie, am Bahnhof. Am Ostbahnhof angekommen, kennst Du ja meine Geschichte, welche ich mit Dir ab jetzt wieder teilen darf.

 

 

 

050717
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